Friedrich Theodor Vischer

* 30.06.1807 in Ludwigsburg; ✝ 14.09.1887 in Gmunden am Traunsee

Philosoph, Schriftsteller, Ästhetiker

Kurzbiographie

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Nach dem Studium der ev. Theologie wandte er sich, besonders von Hegel beeinflusst, der Philosophie zu und habilitierte sich in Tübingen mit der Schrift Über das Erhabene und Komische (1837). Eng befreundet u. a. mit Eduard Mörike und David Friedrich Strauß, war er schon früh auch literarisch tätig; zu seinen diesbezüglich bekanntesten späteren Werken gehören die Goethe-Parodie Faust: Der Tragödie Dritter Theil (1862), der Roman Auch Einer (1879) und Gedichte (Lyrische Gänge, 1882). 1848 gehörte er als liberaler Politiker der Frankfurter Nationalversammlung an. Als Wissenschaftler war er Professor in Tübingen (1937), dann am Polytechnikum Zürich (1855) und am Polytechnikum Stuttgart (1866).

Die Lektüre der Dramen Shakespeares zählte er zu seinen Urerlebnissen. In dem Aufsatz „Shakespeare in seinem Verhältnis zur deutschen Poesie, insbesondere zur politischen“ (1844) wird ihm der britische Autor zum Maßstab, an dem sich die deutschen Klassiker messen lassen müssen. In seinem Hauptwerk, Aesthetik oder Wissenschaft des Schönen (1846-1857), ist Shakespeare der am häufigsten aufgerufene Bezugspunkt. Weitere Aufsätze zu Shakespeare, wie „Shakespeare in seinem Verhältnis zur deutschen Poesie“ in Kritische Gänge (1860-1873) gesammelt, entwickeln eine realidealistische Sicht von dessen Dramatik. Immer wieder bot Vischer seit den 1840er Jahren in Tübingen und in Stuttgart für ein breiteres Publikum vielbeachtete Vorlesungsreihen mit fortlaufenden Interpretationen der hauptsächlichen Tragödien und Historien dar, die sein Sohn Robert Vischer postum in sechs Bänden herausgab (Shakespeare Vorträge, 1899-1905). Auch in Vischers breitgefächerten sonstigen Schriften, bis hin zum Roman Auch Einer, wird oft auf Shakespeare angespielt.

Abhandlungen

Übersetzungen

Literatur

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Albumseiten mit dieser Person

Zitier- und Lizenzhinweis

Vischer, Friedrich Theodor, in: Das Digitale Shakespeare Memorial Album. Herausgegeben von Christa Jansohn. URI: http://www.shakespearealbum.de/uri/gnd/11862721X. (Zugriff am 15.12.2017)

Dieser Text steht unter folgender Lizenz: CC BY-ND 3.0 DE. Wiedergabe der Albumdigitalisate mit freundlicher Genehmigung der Library of Birmingham.

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