Wilhelm König

* 1851 in Mielitsch; ✝ ?

Gelehrter

Kurzbiographie

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Die Identität der abgebildeten Person konnte nicht abschließend geklärt werden, da möglicherweise sowohl ein Wilhelm König Jun. als auch sein (dann gleichnamiger) Vater zu Shakespeare publizierten. König „Jun.“ wurde 1851 in Mielitsch, Schlesien geboren. Nach dem Besuch der Grundschule in Leobschütz finden wir ihn später an einem Neu-Ruppiner Gymnasium, von wo aus er sich zum Zwecke philosophischer Studien an die Königliche Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin begab. Bereits nach wenigen Monaten wurden diese Studien durch Königs Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg (1870/1871) unterbrochen. Ab 1872 lebte er als „Privatlehrer“ in Dresden bzw. in Lockwitz bei Dresden. Wohl zeitgleich widmete er sich an der Vereinigten-Friedrichs-Universität zu Halle dem Studium der modernen Sprachen. Mit seiner romanistischen Promotion im Jahr 1875 verliert sich seine Spur, allerdings publizierte er noch 1876 einen Artikel („Voltaire und Shakespeare“) im Shakespeare-Jahrbuch, 1877 von Dresden aus eine Monographie zur französischen Literaturgeschichte. Laut Promotionsakte arbeitete der Vater als Notar und Schreiber. Nach Informationen aus dem Hugo-Schuchardt-Nachlass wurde ein dort erwähnter Wilhelm König später Redakteur der "Neuen Stettiner Zeitung" und heiratete in zweiter Ehe die Tochter des Herausgebers, Gustav Wiemann.

Für die Annahme „zweier“ Wilhelm Könige spricht, dass – entgegen den anderen dort unter diesem Namen veröffentlichten Aufsätzen – der Autor des Artikels „Shakespeare und Voltaire“ im Shakespeare-Jahrbuch ausdrücklich als „Wilhelm König Jun.“ gekennzeichnet ist. Zu denken gibt nun die unter dem Namen „Wilhelm König“ 1873 in Leipzig erschienene Monographie Shakespeare als Dichter, Weltweiser und Christ. Deren Ende 1872 im schlesischen Bunzlau verfasste Vorrede verweist auf das hohe Lebensalter des Verfassers und bezeichnet ihn als „Bewohner einer kleinen Stadt“, ohne Zugang zu literaturwissenschaftlichen Hilfsmitteln. Zu der Beschäftigung mit Shakespeare sei es gekommen, als der Autor einige Jahr zuvor Opfer eines Schiffsunglücks vor der Küste Afrikas wurde und nur ein Buch mit den Dramen Shakespeares bei sich hatte.

Die nur bedingt glaubwürdigen Angaben der Vorrede lassen sich eigentlich nicht mit dem bezeugten Lebenslauf des 1851 in Mielitsch geborenen „Sohnes“ in Verbindung bringen. Wir haben es hier also entweder mit zwei gleichnamigen, familiär verknüpften und etwa zeitgleich zu Shakespeare gelangenden Gelehrten zu tun (deren Adressen Leo bei der Erstellung des Photoalbums verwechselt haben könnte), oder aber mit einem äußerst umtriebigen „Wilhelm König“, der sich 1872 zeitweise in Schlesien befand, in der Vorrede des „Shakespeare-Buches“ eine fiktive Geschichte schilderte (etwa um über seine eigene Unerfahrenheit hinwegzutäuschen), im Shakespeare-Jahrbuch aus unklaren Gründen einmal als „Jun.“ bezeichnet wurde, und bereits in jungen Jahren weit über den Tellerrand seiner Dissertation hinausblickte.

Abhandlungen

Literatur

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Albumseiten mit dieser Person

Zitier- und Lizenzhinweis

König, Wilhelm, in: Das Digitale Shakespeare Memorial Album. Herausgegeben von Christa Jansohn. URI: http://www.shakespearealbum.de/uri/biography/. (Zugriff am 15.12.2017)

Dieser Text steht unter folgender Lizenz: CC BY-ND 3.0 DE. Wiedergabe der Albumdigitalisate mit freundlicher Genehmigung der Library of Birmingham.

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